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ttt - titel thesen temperamente

Kultur, Magazin • 09.11.2026 • 04:00 - 04:30
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Originaltitel
ttt - titel, thesen, temperamente
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2026
Kultur, Magazin
Geplante Themen: - "Gen Z regelt": Kann aus Protest eine neue Bewegung werden? Sie gehen auf die Straße, organisieren Proteste und wollen sich nicht länger damit abfinden, dass über ihre Zukunft ohne sie entschieden wird: Unter dem Motto "Gen Z regelt" verschafft sich eine junge Generation Gehör. Doch wer steckt eigentlich hinter den Protesten? Was treibt die Jugendlichen und jungen Erwachsenen an? Und wie viel gesellschaftliche Kraft steckt in ihrem Engagement? Kann aus einzelnen Aktionen eine neue politische Bewegung werden? Oder droht der Protest an seinen eigenen Widersprüchen zu scheitern? Denn immer wieder kommt es am Rande von Demonstrationen auch zu Gewalt. Wie sehr schadet das den Anliegen der jungen Generation und ihrer Glaubwürdigkeit? "ttt" spricht mit einer Pressesprecherin von "Gen Z regelt", Jannis Julien Grimm vom Zentrum für interdisziplinäre Friedens- und Konfliktforschung in Berlin, Amy Kirchhoff, Generalsekretärin der Bundesschülerinnenkonferenz, und dem Sänger JAS über Wut, Aufbruch und die Frage, ob "Gen Z regelt" tatsächlich etwas bewegen kann. - Midterms in den USA: der Anfang vom Ende der Ära Trump? So überraschend klar der Sieg der Demokraten bei den Midterms ist, so unklar ist doch, wie es jetzt weitergeht. Trump und die Republikaner sind für ihre Politik von den Wählern abgestraft worden. Doch das Wahlergebnis bedeutet nicht, dass die Demokraten auf ganzer Linie überzeugt haben. Das Ergebnis ist vor allem Ausdruck der Missbilligung von Trumps Politik. Und so steht die Demokratische Partei vor großen Herausforderungen: Sie muss nicht nur ihre Wahlversprechen halten, sondern auch drohende Flügelkämpfe gar nicht erst entstehen lassen und sich für den nächsten Wahlkampf einen. Und die Bevölkerung der USA? Sie ist immer noch gespalten. "ttt" fragt nach: bei der Schriftstellerin Siri Hustvedt, die einst das Bündnis Writers Against Trump mitbegründet hat, und bei der Investigativjournalistin und Autorin Andrea Bernstein, die sich mit Trumps Machenschaften und Korruption beschäftigt hat. Was verändern diese Midterms wirklich? Und was wird weiter herausfordernd für die Demokratie in den USA sowie die Weltgemeinschaft bleiben? - Für die Freiheit der Kunst: Aufruf zum Gesetzesentwurf European Artistic Freedom Act Die Freiheit der Kunst ist immer wieder bedroht, auch durch diejenigen, die regieren. Politischer Druck, Zensur, gestrichene Fördergelder oder Eingriffe in Kulturinstitutionen zeigen, wie schnell unabhängige Kunst unter Druck geraten kann. Das war zum Beispiel lange in Ungarn und Serbien so, demnächst ist das womöglich der Fall in Sachsen-Anhalt. Der Regisseur und Theatermacher Milo Rau macht sich gemeinsam mit einem internationalen Bündnis für die Kunstfreiheit stark: die Vereinigung Resistance Now Together, und fordert einen European Artistic Freedom Act (EAFA). Ein EU-Gesetz soll Künstlerinnen und Künstler sowie Kultureinrichtungen in Zukunft vor politischer Einflussnahme schützen und die Freiheit der Kunst europaweit verbindlich absichern. Doch würden sich alle EU-Staaten auch daran halten? "ttt" spricht mit Milo Rau, mit Julien Chavaz, dem Intendanten des Theaters Magdeburg, und besucht in Sofia die Konferenz der European Theatre Convention, auf der es auch um die Forderung nach einem European Artistic Freedom Act geht. - Freundin von Marilyn Monroe: Roman über die Magnum-Photos-Fotografin Eve Arnold Sie war die erste Fotografin, die sich in der legendären Magnum-Photos-Agentur neben berühmten Männern wie Henri Cartier-Bresson oder Robert Capa durchsetzen konnte: Eve Arnold. Mit ihrer Kamera erzählte sie Geschichten, sie kam den Menschen nah, zeigte sie voller Empathie. Arnold fotografierte Stars wie Marlene Dietrich, Jackie Kennedy oder die Queen, aber ebenso Prostituierte, Bürgerrechtler oder Kinder in den Slums. Dabei ging es ihr nie nur um das perfekt ausgeleuchtete Bild, sondern immer um den Menschen dahinter. Berühmt wurde sie auch durch ihre ungewöhnlichen Fotos von Marilyn Monroe und ihre mehrjährige Freundschaft mit der legendären Schauspielerin. Der Roman "Unsere leuchtenden Jahre" von Lynn Cullen erzählt nun von Eve Arnolds Leben und von der Beziehung zweier ganz unterschiedlicher Frauen, die beide auf unterschiedliche Art unter einem männerdominierten Umfeld litten. "ttt" trifft die Schriftstellerin und den Enkel der Fotografin in einer Eve-Arnold-Ausstellung in Maastricht. - Kollaps der Realität? Künstlerin Hito Steyerl in den Hamburger Deichtorhallen Soziale Medien nutzt sie nicht, weil sie es peinlich findet, was Menschen da veranstalten, weil jede Interaktion dort verwendet wird, um Daten zu sammeln. Die einflussreiche deutsche Künstlerin Hito Steyerl hinterfragt globale Machtstrukturen im digitalen Zeitalter. Eine große Werkschau in den Deichtorhallen zeigt Arbeiten, die auf intelligente Weise Kunst, Technologie und journalistische Recherche miteinander verbinden. Der Titel "Deine Mudda macht Show" ist ein Insider-Gag an ihre Tochter. Rauminstallationen und Videos aus den Jahren 1999 bis 2025 geben einen umfassenden Einblick in ihr künstlerisches Schaffen mit Themen wie algorithmische Kontrolle, technologische Ausbeutung, Kapitalismus, Klimakollaps und Krieg. In "How Not To Be Seen" (2013) zeigt Hito Steyerl, wie man sich im Internet unsichtbar macht. In "Mechanical Kurds" (2025) füttern syrische Geflüchtete in einem Lager in Kurdistan als Minijobber KI mit Bilderkennungsdaten für Technologiekonzerne. Daten, die auch für moderne Kriege genutzt werden, für Drohnenangriffe etwa. Die Folgen spüren dann wieder die Menschen, die KI unter prekären Bedingungen trainieren. Die Ausstellung von Hito Steyerl in den Hamburger Deichtorhallen läuft noch bis zum 29. März 2027.